Buchvorstellung: “Perlen vor die Säue”

Buch Perlen vor die Säue

In diesem Monat stellen wir ein Buch vor, zu dem am 18.05. um 17 Uhr eine Lesung in unserem Geschäft stattfinden wird. Wir nehmen an diesem Tag keinen Eintritt, freuen uns aber über eine kleine Wertschätzung der Autorin gegenüber.

Buchvorstellung: “Perlen vor die Säue”Andrea van Bebber

Es handelt sich um einen Roman geschrieben von Andrea van Bebber.

In diesem Jahr feiert Deutschland den 30. Geburtstag der Öffnung der Berliner Mauer, und DDRVergangenheit wird wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Der vorliegende Roman, der in diesem Monat – Januar 2019 – erschienen ist, sollte insofern auf ein allgemeines Interesse stoßen, denn die Geschichte spielt in weiten Teilen in der ostdeutschen Stadt Eisenach. Sie kreist um eine junge Frau, die sich, zunächst aus einer normalen pubertierenden Haltung heraus, gegen den Staat auflehnt, bis sie am Ende aus nichtigen Gründen zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Der Leser erhält nicht nur Einblick in den normalen DDR-Alltag, sondern auch in extreme, dem Widerstand gegen den Staat geschuldete Erfahrungen bis hin zu unmenschlichen Zuständen im Frauengefängnis Hoheneck.   

Ein zweiter Erzählstrang bietet weitere Schwerpunkte, die für eine breite Leserschaft sorgen dürften. Diese Textpassagen spielen in der Gegenwart: Im Zentrum steht Jonas, der inzwischen erwachsene Sohn der Protagonistin Paula. Er arbeitet als Altenpfleger in einem Heim. Seine Geschichte nimmt den Leser mit in den Alltag der alten Menschen und den hektischen Betrieb in der Einrichtung. Die Bekanntschaft mit einer neuen Bewohnerin fesselt zunehmend das Interesse des jungen Mannes. Die wachsende Freundschaft zwischen den beiden führt am Ende zu Enthüllungen, die nicht nur sein Leben von Grund auf verändern, sondern auch seiner Mutter eine schwerwiegende Korrektur ihrer Biographie abverlangen.  

Neben seiner beruflichen Tätigkeit nimmt auch das in den Jahren 2015/2016 alles beherrschende Flüchtlingsthema in Jonas´ Leben einen großen Raum ein, nicht zuletzt durch den ehrenamtlichen Einsatz seiner Freundin. Der Roman thematisiert hier die aktuelle politische Diskussion und wirft durch die Verknüpfung mit der DDR-Geschichte vergleichende Fragen zum Thema Flucht auf.  

Die Geschichte fußt auf dem Leben einer heute Sechzigjährigen, die in der DDR mehrere Jahre ihres jungen Erwachsenenlebens in verschiedenen Gefängnissen verbringen musste und heute schwer an den Folgen ihrer Inhaftierung leidet. Einige Episoden – überwiegend verfremdet – fließen insofern in die Erzählung ein. Eine bei der Behörde des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen (BStU) beantragte Akte der betroffenen Frau diente – mit ihrer ausdrücklichen Genehmigung – als Grundlage für eingeschobene, dem Romangeschehen angepasste polizeiliche Schriftstücke, die das Zeitgeschehen widerspiegeln.  

Die Schilderungen der Zustände im Altenpflegeheim ebenso wie die Flüchtlingsgeschichten basieren in weiten Teilen auf zahlreichen, z.T. eigenen Erfahrungen und sind insofern ein Spiegel aktueller Realität.

Andrea van Bebber wurde 1957 in Marburg/Lahn geboren, arbeitet als Musiktherapeutin, Musikerin und Schriftstellerin in Heidelberg/Mannheim. Sie schreibt Romane, Kurzgeschichten, Gedichte und eigene Songtexte für ihre Band.

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